Buchneuvorstellung
Kap. 1
Der Aufbruch
Lavertezzo, 1. November 1648
Der Sturm hatte in der Nacht die letzten Blätter von den Eichen gerissen. Am Morgen lagen sie nass und schwer auf den Wiesen, und zwischen den knorrigen Stämmen hing Nebel. Er kroch aus dem Tal herauf, schob sich zwischen die Häuser und legte sich wie ein graues Tuch über die steilen Hänge. Nur die Verzasca ließ sich davon nicht beeindrucken. Der Fluss rauschte unterhalb des Dorfes zwischen den Felsen hindurch, dunkel und kalt, geschwollen vom Regen der vergangenen Tage. Giovanni Fontana stand vor seinem Haus und betrachtete den Weg.
Er war fünfunddreißig Jahre alt und hatte in seinem Leben gelernt, den Himmel zu lesen, bevor er eine Handvoll Heu wendete oder eine Ziege auf die Weide trieb. Er wusste, wann Regen kam, wann der Schnee liegen bleiben würde und wann der Fluss gefährlich wurde.
An diesem Morgen wusste er nur eines: Sie mussten fort.
Hinter ihm öffnete sich die Tür.
„Giovanni.“
Er drehte sich um.
Maria stand im Türrahmen. Sie trug ihr dunkles Wollkleid, darüber einen groben Mantel. Ihr Haar war unter einem Tuch verborgen. In einer Hand hielt sie einen kleinen Beutel.
„Ist alles bereit?“
Giovanni nickte.
„Fast.“
Maria sah zum Wagen. Es war kein Wagen, wie ihn wohlhabende Bauern besaßen. Es war ein einfacher Holzschlitten, den Giovanni aus alten Brettern und Kufen zusammengebaut hatte. Darauf lagen Decken, Säcke mit Mehl, Käse, getrocknetes Fleisch, ein wenig Werkzeug und das Wenige, was ihnen geblieben war.
Maria trat neben ihn.
„Du hast nicht geschlafen.“
„Du auch nicht.“
„Ich habe die Kinder schlafen hören.“
Giovanni sah zum Haus. Hinter einem Fenster bewegte sich ein Schatten.
„Sie wissen noch nicht, was heute geschieht.“
Maria antwortete nicht. Sie wusste, dass Giovanni recht hatte. Für die Kinder war dies eine Reise.
Für Giovanni war es eine Flucht.
Er legte beide Hände auf die Kufen des Schlittens.
„Wenn wir jetzt nicht gehen, kommen wir nicht mehr über den Pass.“
Maria sah ihn an.
„Und wenn wir gehen?“
Giovanni schwieg. Sie brauchte keine Antwort.
Vor ihnen lagen die Berge. Hinter den Bergen lag eine Welt, die keiner von ihnen kannte.
Maria öffnete den Beutel in ihrer Hand.
„Ich habe etwas eingepackt.“
Giovanni sah hinein. Ein Stück Brot. Ein Messer. Ein Rosenkranz. Und darunter, sorgfältig in Stoff gewickelt, etwas Hartes. Er zog es heraus. Das alte Porträt.
Giovanni starrte seine Frau an.
„Das willst du mitnehmen?“
„Ja.“
„Maria, wir können nicht alles mitnehmen.“
„Das weiß ich.“
„Dann lass es hier.“
Sie nahm ihm das Bild aus der Hand.
„Nein.“
Giovanni wollte widersprechen, doch er sah den Ausdruck in ihrem Gesicht und schwieg.
Seit Maria in diesem Haus lebte, hatte sie sich vor dem Porträt des alten Mannes gefürchtet und zugleich von ihm angezogen gefühlt. Niemand wusste genau, wann es gemalt worden war. Niemand kannte den Namen des Mannes mit Sicherheit. In der Familie hieß es nur, er sei einer der Vorfahren gewesen. Für Giovanni war er ein Fremder. Für Maria war er Erinnerung.
Sie wickelte das Bild wieder ein und schob es unter ihren Mantel.
„Er gehört zu uns.“
Giovanni sah über ihre Schulter hinweg zum Haus.
„Vielleicht ist genau das unser Problem.“
Maria antwortete nicht.
Aus dem Inneren des Hauses kam ein Geräusch. Dann öffnete sich die Tür. Luca trat heraus.
„Vater?“
Giovanni wandte sich ihm zu.
Der Junge war vielleicht zehn Jahre alt. Sein Mantel war zu groß, die Schuhe waren alt, und die Wangen waren rot von der Kälte. Hinter ihm kamen Chiara und Matteo.
„Warum stehen wir hier?“, fragte Luca.
Giovanni ging in die Hocke.
„Wir machen eine Reise.“
Luca sah den Schlitten an.
„Wohin?“
Giovanni blickte zu Maria.
Sie sagte nichts.
„Nach Norden“, antwortete er.
„Wie weit?“
„Sehr weit.“
„Bis nach Locarno?“
„Weiter.“
Luca dachte nach.
„Bis Bellinzona?“
„Weiter.“
„Bis Mailand?“
Giovanni musste lächeln.
„Noch weiter.“
Die Kinder sahen einander an.
„Bis in die teutschen Lande?“, fragte Chiara.
Giovanni erstarrte.
Maria senkte den Blick.
Sie hatte mit den Kindern von den Ländern hinter den Alpen nie gesprochen.
„Wer hat euch davon erzählt?“
Luca zuckte mit den Schultern.
„Der Mann.“
Giovanni spürte, wie sich sein Magen zusammenzog.
Der Mann.
Seit drei Wochen verfolgte ihn dieser Fremde in seinen Gedanken. Immer wieder sah Giovanni ihn vor sich, wie er an jenem Abend durch die Dämmerung auf seinen Hof gekommen war. Die Kleidung voller Schlamm, das Gesicht müde und angespannt. Immer wieder hatte er sich umgesehen, als erwarte er jeden Augenblick, dass jemand aus der Dunkelheit auftauchte.
Wer bist du?, hatte Giovanni sich damals gefragt.
Doch der Fremde hatte seinen Namen nicht genannt. Auch nicht, wer ihn geschickt hatte. Er hatte nur eine einzige Sache gesagt:
„Wenn du deine Familie retten willst, musst du fort.“
Giovanni hatte ihm nicht geglaubt.
Nicht sofort.
Zu viele Menschen hatten in den vergangenen Jahren von Hoffnung gesprochen und am Ende doch nur Leid gebracht. Nach all den Jahren des Krieges war Vorsicht zu einer Art Überlebenskunst geworden.
Doch der Fremde hatte weitergeredet.
Er hatte von Höfen jenseits der Alpen erzählt. Von fruchtbarem Land und Arbeit. Von Menschen, die nach den langen Jahren des Krieges wieder aufbauten, was zerstört worden war. Und von Männern aus dem Süden, die dort eine neue Heimat gefunden hatten.
Giovanni hatte aufmerksam zugehört.
„Wer?“, hatte er schließlich gefragt. „Wer ist dort?“
Da hatte der Fremde einen Namen genannt.
„Gotthold Schmied.“
Giovanni war für einen Augenblick wie erstarrt gewesen.
Gotthold.
Sein alter Jagdfreund.
Ein Mann, den er seit Langem nicht mehr gesehen hatte.
Doch gerade deshalb hatte Giovanni dem Fremden nicht glauben wollen. Gotthold und er hatten doch gemeinsam überlegt, nach Teutschland zu gehen. Gemeinsam. Irgendwann, wenn der Krieg vorbei war und es wieder möglich sein würde, ein neues Leben zu beginnen.
Warum sollte Gotthold einfach gegangen sein?
„Er ist schon vor längerer Zeit über die Alpen gegangen“, hatte der Fremde gesagt. „Er hat dort Arbeit gefunden.“
Giovanni hatte ihn misstrauisch angesehen.
„Woher willst du das wissen?“
Der Fremde hatte nur kurz gezögert.
„Er hat mir aufgetragen, dir etwas auszurichten.“
Giovanni hatte den Atem angehalten.
„Was?“
Der Fremde war näher getreten und hatte leiser gesprochen.
„Wenn ich bei dir vorbeikomme, soll ich dir sagen, dass du ihm folgen sollst.“
Jetzt, drei Wochen später, standen diese Worte wieder zwischen Giovanni und seinen Kindern.
Der Mann.
Und Gotthold.
Giovanni sah Luca an. Zum ersten Mal fragte er sich, ob der Fremde vielleicht doch die Wahrheit gesagt hatte.
Und wenn er die Wahrheit gesagt hatte, stellte sich eine andere Frage:
Warum hatte Gotthold ihn nicht selbst geholt?
Seit jener Nacht ließ Giovanni der Gedanke nicht mehr los. In die teutschen Lande. Ein Begriff. Mehr war es nicht. Aber manchmal genügte das, um ein Leben zu verändern.
„Und was liegt hinter den Bergen?“, fragte Luca.
„Die teutschen Lande“, antwortete Giovanni.
„Ist das ein Land?“
Giovanni zögerte.
„Nicht so, wie du dir ein Land vorstellst.“
Giovanni sah seinen Sohn an.
„Es sind viele: Kurfürstentümer, Herzogtümer oder Grafschaften.“
„Gibt es dort auch Berge?“
„Natürlich.“
„Höhere als hier?“
Giovanni lächelte.
„Das wirst du selbst herausfinden.“
Die Kinder lachten. Giovanni wandte sich ab. Er wollte nicht, dass sie sahen, was in seinem Gesicht stand. Maria bemerkte es trotzdem. Sie trat zu ihm.
„Giovanni.“
Er sah sie an.
„Wir müssen los.“
„Ich weiß.“
„Jetzt.“
Er nickte. Dann ging er noch einmal ins Haus. Es war still. Zu still.
Der Tisch war abgeräumt. Das Feuer im Herd war fast erloschen. An der Wand hing das Werkzeug, das sein Vater benutzt hatte. Auf dem Regal standen zwei Schalen, die schon seiner Mutter gehört hatten. Giovanni nahm eine davon in die Hand. Er dachte an all die Jahre, in denen er geglaubt hatte, dieses Haus würde immer sein Zuhause bleiben. Er stellte die Schale zurück. Dann blieb er stehen.
Auf dem Tisch lag ein Stück Holz. Er kannte die Kerbe darin. Sein Vater hatte sie gemacht, als Giovanni ein Junge gewesen war. Eine kleine Markierung. Ein Zeichen dafür, dass etwas repariert werden musste.
Giovanni strich mit dem Daumen darüber. Dann ging er hinaus. Maria wartete.
„Bereit?“, fragte er.
Sie nickte. Dann schüttelte sie den Kopf.
„Nein.“
Giovanni sah sie an.
„Ich habe Angst.“
Er blickte auf die Kinder. Dann auf die Berge.
„Ich auch.“
Maria hatte diese Antwort nicht erwartet.
Giovanni nahm ihre Hand.
„Aber wir gehen trotzdem.“
Sie drückte seine Finger.
„Und wenn du dich irrst?“
Er sah sie lange an. Das war die Frage, die ihn jede Nacht wachgehalten hatte. Was, wenn der Fremde gelogen hatte? Was, wenn die Wege zu sehr verschneit waren? Was, wenn sie in den Bergen eingeschlossen wurden? Was, wenn sie unterwegs auf Männer trafen, die ihnen alles abnahmen? Und was, wenn Teutschland überhaupt nicht das war, was Giovanni sich darunter vorstellte?
Er konnte Maria darauf keine Antwort geben. Also sagte er:
„Dann finden wir einen anderen Weg.“
Maria nickte.
„Gut.“
Giovanni nahm den Griff des Schlittens.
„Kommt.“
Die Kinder gingen hinter ihnen.
Luca drehte sich noch einmal um.
„Vater.“
„Was?“
„Kommen wir wieder zurück?“
Giovanni blieb stehen. Für einen Augenblick hörte er nur die Verzasca. Dann sah er auf das Haus.
Er hätte seinem Sohn eine einfache Antwort geben können. Ja. Aber er wusste, dass es eine Lüge gewesen wäre.
„Ich weiß es nicht“, sagte er.
Luca sah ihn verwundert an.
Giovanni ging zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Aber egal, was geschieht – wir bleiben zusammen.“
Der Junge nickte. Dann gingen sie weiter. Der Weg führte aus dem Dorf hinaus. Feuchtes Laub klebte an ihren Schuhen. Der Nebel wurde dichter. Die Häuser verschwanden hinter ihnen.
Giovanni hörte Maria hinter sich atmen. Die Kinder sprachen leise miteinander. Er selbst sagte nichts.
Nach einigen hundert Schritten blieb Luca plötzlich stehen.
„Vater!“
Giovanni drehte sich um.
Der Junge zeigte zurück. Durch den Nebel war das Rustico noch einmal zu sehen. Nur für einen Augenblick. Dann verschwand es. Giovanni wollte weitergehen. Doch Maria stand neben ihm. Sie hatte das Porträt unter ihrem Mantel fest an sich gedrückt.
„Jetzt“, sagte sie leise.
Giovanni nickte. Und sie gingen.
*
Der Weg aus dem engen Verzascatal hinaus war mühsam. Der Schlitten ließ sich auf den steinigen Wegen nur schwer ziehen. Mehrmals musste Giovanni ihn anheben, wenn eine Kufe zwischen den Steinen hängen blieb.
Am Nachmittag begann es zu schneien. Zuerst waren es nur einzelne Flocken. Dann wurden es mehr. Maria zog den Mantel enger um ihren Körper.
„Wie weit noch?“
Giovanni blickte auf die Berge.
„Wir müssen bis zum Abend einen geschützten Platz finden.“
„Und danach?“
„Morgen gehen wir weiter.“
„Das war nicht meine Frage.“
Giovanni sah sie an. Maria meinte Teutschland.
Er wusste es.
„Bis Disentis“, sagte er.
„Und dann?“
„Dann sehen wir weiter.“
Maria schwieg. Giovanni wusste, dass sie seine Antwort nicht mochte.
Aber sie war die einzige, die er geben konnte.
*
Am dritten Tag ihrer Reise erreichten sie das Bleniotal. Die Landschaft hatte sich verändert. Das Tal war breiter geworden. Die Berge standen noch immer wie Mauern zu beiden Seiten, doch die Wege waren besser. Sie begegneten Bauern, Fuhrleuten und einzelnen Reisenden.
Giovanni sprach mit niemandem länger als nötig. Er hatte gelernt, vorsichtig zu sein. Als ein bewaffneter Mann ihnen auf dem Weg entgegenkam, zog Giovanni den Schlitten näher an den Rand. Der Mann blieb stehen.
Sein Blick wanderte über die Familie.
„Woher?“
Giovanni antwortete:
„Aus dem Tal.“
„Wohin?“
Giovanni zögerte.
„Nach Norden.“
Der Mann sah ihn lange an.
Dann ging er weiter.
Erst als er außer Hörweite war, atmete Maria wieder auf.
„Du hast ihn angelogen.“
„Ich habe ihm nicht die Wahrheit gesagt.“
„Ist das etwas anderes?“
Giovanni sah sie an.
„Auf dieser Reise wird es das sein müssen.“
Maria sagte nichts.
Doch Giovanni bemerkte, dass sie von diesem Augenblick an häufiger hinter sich blickte.
*
Je höher sie kamen, desto kälter wurde es. Der Weg zum Lukmanier lag vor ihnen. Giovanni wusste, dass der Pass eine der alten Verbindungen über die Alpen war. Reisende benutzten ihn seit Generationen. Aber im November war jeder Schritt ein Wagnis.
Am Abend fanden sie Schutz in einem einfachen Gebäude am Weg. Ein Mann, der dort Reisende versorgte, betrachtete ihre erschöpften Gesichter.
„Ihr wollt über den Pass?“
Giovanni nickte.
Der Mann schüttelte den Kopf.
„Bei diesem Wetter?“
„Wir müssen.“
Der Mann musterte ihn.
„Müssen und können sind nicht dasselbe.“
Giovanni antwortete nicht.
Der Mann sah zu den Kindern.
„Ihr habt Kinder dabei.“
„Ja.“
„Dann wartet.“
Giovanni blickte hinaus in den Schnee.
„Wie lange?“
„Bis das Wetter besser wird.“
Giovanni wusste, dass er keine Wahl hatte. Die Familie blieb.
In dieser Nacht schliefen die Kinder zum ersten Mal seit Tagen wieder in einem warmen Raum. Giovanni selbst blieb lange wach. Er saß am Feuer und betrachtete seine Hände. Rissige Haut. Schmutz unter den Fingernägeln. Eine kleine Narbe über dem Daumen. Hände eines Bauern. Keine Hände eines Reisenden. Keine Hände eines Mannes, der wusste, wie man ein neues Leben begann.
Maria setzte sich neben ihn.
„Du denkst wieder.“
„Ich denke immer.“
„Das ist dein Problem.“
Giovanni lächelte.
„Und deines.“
Sie legte ihren Kopf an seine Schulter. Eine Weile schwiegen sie. Dann sagte Maria:
„Glaubst du wirklich, dass es dort besser wird?“
Giovanni sah in die Flammen.
„Nein.“
Maria hob den Kopf.
Er sah sie an.
„Ich glaube nur, dass es dort anders sein könnte.“
„Das reicht dir?“
„Für die Kinder muss es reichen.“
Maria nahm seine Hand.
„Dann gehen wir weiter.“
Draußen fiel Schnee. Der Winter legte sich über die Berge. Und irgendwo hinter ihnen lag Lavertezzo. Irgendwo vor ihnen lag Teutschland. Dazwischen lag ein Weg, den Giovanni noch nicht kannte. Aber am nächsten Morgen würde er ihn betreten. Und keiner von ihnen wusste, dass diese Reise nicht nur ihr eigenes Leben verändern würde.
Sie würde das Schicksal der Fontanas für Generationen bestimmen.
Kap. 2
Der Grenzübertritt
Es war die letzte Nacht des Jahres 1648. Über den Bergen lag ein klarer Himmel, und der Schnee reflektierte das fahle Licht des Mondes. Giovanni Fontana führte seine Familie durch das Grenzgebiet. Maria hielt Chiara und Matteo an den Händen, während Giovanni den kleinen Luca trug. Der Junge war erschöpft und in mehrere Bärenfelle gewickelt.
Hinter ihnen lag Lavertezzo. Das Haus. Die Felder. Der Stall. Und die Gräber ihrer Vorfahren.
Giovanni Fontana zwang sich, nicht zurückzusehen. Vor ihnen lag Teutschland. Nur wenige Meilen noch. Wenige Meilen bis zu dem Land, in dem er für Maria und die Kinder eine Zukunft finden wollte. Eine Zukunft, die ihnen in der Heimat nicht mehr möglich schien.
Aber diese letzten Meilen waren die gefährlichsten. Die Grenze war kein Strich auf einer Karte. Sie war eine Reihe von Männern mit Gewehren, Fackeln und Befehlen. Männer, die Fragen stellten. Männer, die entscheiden konnten, wer weiterging und wer nicht.
„Leiser“, flüsterte Giovanni.
Die Familie bewegte sich abseits der Wege durch den Schnee. Unter ihren Schuhen knackte das Eis. Jedes Geräusch schien in der nächtlichen Stille viel zu laut. Maria sah ihren Mann an.
„Wie weit?“
„Nicht mehr weit.“
Er wusste nicht, ob es stimmte.
Dann blieb er abrupt stehen. Ein Geräusch. Stimmen.
Giovanni hob die Hand. Alle erstarrten. Durch die Bäume drang das Knirschen von Stiefeln. Eine Patrouille.
Maria zog Chiara und Matteo an sich. Giovanni bedeutete Luca, ihm zu folgen, und führte ihn ein Stück vom offenen Gelände fort.
Dann geschah es.
Luca trat auf eine vereiste Stelle. Sein Fuß rutschte weg.
„Luca!“
Maria sprang vor. Doch sie war zu spät. Der Junge schlitterte über den abschüssigen Rand und stürzte ins schwarze Wasser. Sein Schrei zerriss die Nacht.
Giovanni dachte nicht nach. Er ließ alles fallen und sprang.
Die Kälte traf ihn wie ein Schlag. Das Wasser nahm ihm den Atem. Es drang durch Mantel und Hemd, schnürte ihm Brust und Arme zusammen. Für einen Moment wusste er nicht mehr, wo oben und unten war.
Dann dachte er an seinen Sohn. Er tastete blind durch die Dunkelheit.
Nichts.
Noch einmal.
Seine Finger berührten Stoff. Einen Arm.
„Luca!“
Giovanni packte zu und riss den Jungen an sich. Er stieß sich vom Grund ab und kämpfte sich nach oben. Luca hustete und schnappte nach Luft.
„Papa!“
„Ich hab dich.“
Giovanni hielt ihn so fest, als könnte er ihn dadurch vor dem Wasser schützen.
Am Ufer sank Maria auf die Knie.
„Gott sei Dank.“
Giovanni schleppte sich mit Luca aus dem Wasser. Seine Hände zitterten bereits. Er wickelte den Jungen in die trockenen Felle, die sie für Notfälle mitgenommen hatten. Eines davon war das Fell des Bären, den Giovanni während der Reise erlegt hatte. Das zog er sich selbst über.
Dann sah er auf.
Die Stimmen. Sie waren näher gekommen.
„Sie kommen!“, flüsterte Maria.
Giovanni blickte über das Gelände. Ein Gebüsch. Dicht. Tief. Vielleicht groß genug für alle.
„Dort!“
Sie krochen durch den Schnee. Maria mit den Kindern zuerst. Giovanni schob sie hinein und folgte als Letzter.
Fackelschein erschien zwischen den Bäumen. Die Männer kamen näher.
Giovanni presste sich an den Boden. Neben ihm zitterte Luca. Maria legte dem Jungen die Hand auf den Mund.
Zu spät.
Ein Husten.
Giovannis Herz setzte einen Schlag aus.
Die Männer blieben stehen.
„Habt ihr das gehört?“
„Was war das?“
Stiefel knirschten im Schnee.
„War das ein Bär?“
Giovanni sah Maria an. Dann fiel sein Blick auf das Fell.
Ein Gedanke kam ihm. Vielleicht war es Wahnsinn. Vielleicht ihre einzige Chance.
Er legte beide Hände vor den Mund und ließ ein tiefes, kehliges Brummen hören. Nicht laut. Aber tief genug.
Die Männer verstummten.
Luca hustete erneut. Giovanni wiederholte das Geräusch. Diesmal klang es tatsächlich wie das Knurren eines großen Tieres.
Ein Mann fluchte.
„Ein Bär.“
„Eine Bärin“, sagte ein anderer. „Mit Jungen.“
Niemand kam näher. Giovanni wagte kaum zu atmen. Die Fackeln bewegten sich langsam rückwärts.
„Nur weg hier.“
„Ja.“
Die tapferen Krieger entschieden sich einstimmig für einen geordneten Rückzug.
Das Licht entfernte sich. Ein Baum verdeckte die letzte Fackel. Dann war die Nacht wieder dunkel.
Erst jetzt atmete Giovanni deutlich aus. Maria legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Du hast ihnen einen Bären vorgemacht.“
Giovanni lächelte. Es war ein erschöpftes, kaum sichtbares Lächeln.
„Nach allem, was ich über diese Tiere weiß“, flüsterte er, „war es vielleicht das erste Mal, dass mir die Jagd das Leben gerettet hat, ohne dass ich einen Schuss abgeben musste.“
Maria lächelte ebenfalls. Doch dann sah sie zu Luca. Der Junge zitterte noch immer. Giovannis Lächeln verschwand.
„Wir müssen weiter.“
Er nahm seinen Sohn auf den Arm.
„Er braucht Wärme.“
Niemand widersprach.
Sie verließen das Gebüsch und setzten ihren Weg durch die Dunkelheit fort. Hinter ihnen verschwanden Lavertezzo und alles, was sie dort zurückgelassen hatten. Vor ihnen lag Teutschland. Und irgendwo zwischen ihnen und diesem neuen Leben warteten noch immer Männer mit Gewehren.
*
Die Nacht schien kein Ende zu nehmen. Immer wieder blieben sie stehen, wenn sie irgendwo Stimmen hörten. Mehr als einmal glaubte Giovanni, im Dunkel Fackeln zu erkennen.
Dann tauchten tatsächlich Lichter vor ihnen auf.
Diesmal waren es keine Schweizer Grenzwächter. Bewaffnete Männer kamen auf sie zu.
Giovanni hob langsam die Hände.
„Wir wollen keinen Ärger“, sagte er.
Die Soldaten richteten ihre Waffen auf die Familie. Ein Mann trat vor.
„Wer seid ihr?“
„Eine Familie. Wir kommen aus den Ennetbirgischen Vogteien. Wir suchen Arbeit und eine neue Heimat.“
Der Soldat betrachtete Giovanni, dann Maria und schließlich die Kinder. Sein Blick blieb an Luca hängen, der immer noch in Giovannis Armen lag.
„Was ist mit dem Jungen?“
„Er ist ins Wasser gefallen.“
Der Soldat senkte seine Waffe ein wenig.
„Ihr seid keine Soldaten. Das sehe ich.“
„Nein. Wir sind Bauern.“
Der Mann sah seine Kameraden an. Einer von ihnen nickte.
„Dann habt ihr Glück gehabt.“
Giovanni verstand nicht.
Der Soldat erklärte:
„Wir sichern hier die Grenze und überwachen die Bewegungen von Truppen. Wir wissen nicht immer, wer nachts aus den Bergen kommt.“
Er betrachtete die Familie noch einmal.
„Aber ihr könnt weiter.“
Giovanni verbeugte sich leicht.
„Danke.“
Als sie sich abwenden wollten, rief der Soldat ihnen nach.
„Einen Moment!“
Giovanni drehte sich um.
„Wisst ihr eigentlich, ob das neue Jahr schon begonnen hat?“
Giovanni blickte zum Himmel. Über ihnen funkelten die Sterne. Er hatte die Orientierung an den Himmelskörpern von seinem Vater gelernt. Sie hatten ihm auf Wanderungen und bei der Jagd oft den Weg gewiesen.
„Wir müssen nahe am Jahreswechsel sein“, antwortete er. „Vielleicht ist es bereits der erste Tag des neuen Jahres.“
Der Soldat grinste.
„Dann sollten wir wohl darauf trinken.“
Giovanni lächelte.
„Das solltet Ihr.“
Einer der Männer hob seine Muskete. Der Schuss krachte in die Nacht. Die Kinder zuckten zusammen. Dann lachten einige der Soldaten.
„Ein gutes neues Jahr!“
Giovanni hob die Hand zum Abschied.
„Euch ebenfalls.“
Sie gingen weiter. Hinter ihnen verhallten Stimmen und Gelächter.
Eine Weile sagte niemand etwas. Dann fragte Maria:
„Woher weißt du eigentlich, dass wir gerade den Jahreswechsel überschritten haben?“
Giovanni deutete nach oben.
„Nicht nur wegen des Sterns.“
Er blieb stehen.
„Siehst du den hellen Stern dort?“
Maria blickte zum Himmel.
„Sirius?“
Giovanni nickte.
„Er hilft mir, die Jahreszeit und die Nacht einzuordnen. Aber ganz sicher kann ich natürlich nicht sagen, welche Stunde es ist.“
Maria lächelte.
„Du musst immer recht haben.“
„Nein.“
Giovanni sah zu Luca hinunter.
„Aber heute Nacht möchte ich wenigstens so tun.“
Maria trat näher und legte ihm die Hand auf den Arm.
„Und jetzt?“
Giovanni blickte nach vorn. Dort, zwischen den dunklen Bäumen, war ein schwacher Lichtschein zu erkennen. Ein Haus. Ein Fenster war erleuchtet.
„Dort gehen wir hin.“
„Vielleicht wohnen dort Menschen, die uns nicht aufnehmen wollen.“
„Vielleicht.“
Giovanni zog Luca fester an sich.
„Aber wir müssen es versuchen. Der Junge braucht Wärme.“
Sie gingen auf das Licht zu. Mit jedem Schritt wurde es heller. Hinter ihnen verschwanden die Berge langsam in der Dunkelheit. Vor ihnen lag unbekanntes Land.
Und irgendwo dort, jenseits der Grenze, begann das Leben, für das Giovanni alles riskiert hatte.
Als sie vor dem einsamen Haus ankamen, hob Giovanni die Hand. Einen Augenblick zögerte er.
Dann klopfte er.
Im Inneren war es still.
Kap. 3
Gottholds Spur
Giovanni schlug mit der Faust gegen die schwere Eichentür. Einmal. Dann noch einmal.
Der dumpfe Klang verschwand irgendwo hinter den dicken Mauern des Hauses. Niemand antwortete. Luca lag noch immer in seinen Armen. Der Junge war so erschöpft, dass er kaum den Kopf heben konnte. Seine Kleidung war klamm, seine Lippen bläulich, und Giovanni spürte die Kälte, die aus dem kleinen Körper in seine eigenen Hände kroch. Er holte erneut aus.
„Warte“, sagte Maria leise.
Giovanni ließ die Hand sinken.
„Es ist halt nicht wie unser Rustici“, sagte er schließlich, mehr zu sich selbst als zu den anderen. „Hier gibt es zwei oder drei Zimmer mehr. Wenn man feiern will, zum Beispiel Silvester, geht man einfach zwei Zimmer weiter. Dann hört man nicht jedes Klopfen.“
Er schüttelte den Kopf.
„So ist es eben in Teutschland.“
Gerade wollte er wieder an die Tür schlagen, als sich das Schloss bewegte. Die Tür öffnete sich.
Ein Mann erschien im Rahmen. Er war mittleren Alters, hatte ein freundliches Gesicht und ein Lächeln, das im flackernden Licht der Laterne fast unwirklich warm wirkte. Sein Blick fiel auf den Jungen. Das Lächeln verschwand.
„Um Gottes willen“, sagte er. „Kommt herein.“
Er trat beiseite.
„Schnell.“
Giovanni zögerte keine Sekunde.
Buchvorstellungen
"Frontmann" - Leseprobe - Ausschnitt: Intermezzo mit Anne
„Du bist also unser neuer Kollege?“, fragte sie neugierig.
„Ja“, antwortete Max knapp.
„Ich bin Anne“, stellte sie sich vor, „Mädchen für alles hier in der Betonbude – auch zuständig für die Einkleidung. Junge, du bist ja völlig durchgeschwitzt! Kein Wunder, der Weg hierher ist beschwerlich. Ich weiß, dass du vom Gut oben kommst. Ich selbst komme aus Steinersburg, wohne aber hier im Arbeiterwohnheim. Übrigens, da wäre noch ein Zimmer frei, falls du Interesse hast. Bevor du dich jedoch in die neuen Arbeitssachen schwingst, kannst du erstmal duschen – wenn du möchtest.“
„Duschen?“, fragte Max erstaunt. Eine Dusche hatte er bis dahin nur ein einziges Mal in seinem Leben gesehen – damals im Kinderferienlager. Er erinnerte sich, wie die gesamte Kindergruppe, Jungen und Mädchen gemeinsam, nackt unter dem warmen Strahl eines Duschkopfes herumtollte.
„Wo habt ihr hier eine Dusche?“, fragte er skeptisch.
Anne deutete auf eine abseits stehende Wassertonne, die zwischen zwei Betonsäulen passgenau eingesetzt war. Von der Tonne führte ein Rohr mit einer angebrachten Gießkannentülle nach unten.
„An der Kette musst du ziehen“, erklärte sie. „Mit etwas Glück kommt sogar warmes Wasser raus.“
„Und wo kann ich mich umziehen?“, wollte er wissen.
Anne grinste breit, presste ein „Pff“ durch die Lippen und sagte: „Keine Sorge, ich schau’ dir schon nichts ab. Ich habe schon ganz andere Männer gesehen.“
Mit einem schelmischen Lächeln entfernte sie sich, während sie über die Schulter rief: „Ich hole mal deine Arbeitsklamotten.“
Max zögerte einen Moment, entschied sich dann jedoch, sich komplett auszuziehen. Er war allein, und bevor Anne zurückkäme, wollte er längst geduscht und wieder angezogen sein. Doch Anne kehrte schneller zurück, als er erwartet hatte – viel zu schnell für seinen Geschmack. Sie zeigte keinerlei Rührung und agierte, als wäre alles völlig normal. Für Max war es das jedoch keineswegs. Eilig griff er nach seinen Sachen, schnappte sich die Unterhose und zog sie sich in einer schnellen Bewegung über. Anne blieb ungerührt, hielt ihm das Arbeitshemd und anschließend die Hose hin und ließ es sich nicht nehmen, ihm beim Anziehen behilflich zu sein – inklusive gelegentlicher Berührungen.
„Es muss ja alles passen, oder?“, sagte sie dann in einem bemutternden Ton.
Dabei reckte sie ihre Brust leicht, drehte ihren Oberkörper spielerisch und schmollte selbstbewusst mit ihren vollen Lippen. Schließlich wies sie mit einer knappen Geste auf das Tor zur Werkhalle und sagte schnippisch: „Da drinnen findest du den Meister. Melde dich bei ihm.“
Mit einem Schwung warf sie ihm die restlichen Sachen vor die Füße und verschwand.
„Eigenartiges Weib“, murmelte Max, zuckte mit den Schultern und machte sich auf den Weg in die Halle, bis zum Meisterbüro, wo er nach einer kurzen Einweisung in die Arbeitssicherheit seine Ausrüstung entgegennahm: eine Schaufel in normaler Größe, einen Hammer, einen Eimer mit Trennmittel und einen Pinsel.
„Das ist alles, was du für deinen Job brauchst“, erklärte der Meister trocken. „Groß nachdenken musst du hier nicht. Das kriegst du doch hin, oder?“
„Klar“, antwortete Max, dachte jedoch insgeheim: „Und dafür habe ich mein Abitur gemacht?“
Zunächst verlief das Schippen zügig, bald bildete sich dann doch die erste Blase am Daumen. Mit dem zweiten größeren ballonförmigen Wassersack in der Innenhand war das Schippen abrupt beendet.
„Das ging mir, als ich damals hier angefangen hatte, genauso“, rief ein Kollege von nebenan rüber. „Anne kommt mir gleich neuen Beton bringen, dann kannst du ihr Bescheid geben, sie wird dich verpflastern.“
Max blickte hinüber und bemerkte einen schmalen, älteren Mann, der gerade konzentriert dabei war, seine Form zu füllen. Sein graues Haar und sein insgesamt gesetztes Erscheinungsbild ließen darauf schließen, dass der Ruhestand für ihn wohl nicht mehr allzu fern war. „Wenn dieser Kollege das über Jahre hinweg erfolgreich gemeistert hat“, dachte er, „dann werde ich das ganz sicher auch schaffen.“ Mit einem freundlichen „Danke!“ wandte er sich an den Mann, doch in diesem Moment fuhr Anne mit ihrem Dumper heran. Direkt vor ihm manövrierte sie das Fahrzeug mit beeindruckender Präzision. Dabei schwappte ein Teil des Betons über die Bordkante und landete direkt vor seinen Füßen.
„Pardon!“, rief sie, dann kippte sie den übergroßen Rest der grauen Masse dem freundlichen Kollegen von nebenan auf den vorgesehenen Platz. Der war bereits mit dem Zusammenbau einer neuen Form beschäftigt und wies auf Max. Anne kam, schaute sich seine Hand an und griente. „Was hast du denn da angestellt? Das wird ja eine größere Operation.“ Mithilfe einer Nadel sorgte sie für vorläufige Entspannung. Die in der Folge aufgepinselte dunkelbraune Substanz entlockte ihm allerdings ein hohes „C“, das er stimmgewaltig herausschrie. Zum Abschluss ihrer Behandlung nahm sie ein größeres Pflaster, legte es in die Innenhand und fixierte dann die Klebeflächen gefühlvoll an die Haut.
„Du schaffst das schon“, sagte Anne nahezu flehend. „Bitte!“
Sie gab ihm einen Schmatz auf die Wange und stieg wieder auf ihren Dumper. Beim Losfahren drehte sie sich nochmals um, ließ ihren Kopf etwas zur Seite fallen und winkte ihm lächelnd zu. Die langen, schwarzen Haare wehten ihr hinterher.
"Wilhelmine - Was ich euch noch sagen wollte"
Eine mitreißende Familiensaga, in der das Leben Wilhelmines und das ihrer Vorfahren in all seinen Facetten aufgerollt wird.
Wilhelmine entstammte äußerst vermögenden Familiendynastien. Dennoch gestalten sich ihre Lebensumstände infolge plötzlichen Leids der Großeltern und Trennung der Eltern äußerst ärmlich. Die Stationen als Küchenmagd in der Fleischerei ihres Onkels sowie als Dienst- und Küchenmädchen auf dem Rittergut Briesen im Schloss des Barons von Wackerbarth repräsentieren dies anschaulich und bieten eine beeindruckende Zeitreise von der Kaiserzeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts bis ins heutige 21. Jahrhundert.
„Geboren, um zu leben“ - Autobiografischer Roman
„Wir sind geboren, Taten zu vollbringen“, lernte Julian mit zwölf in der Pionierrepublik „Wilhelm Pieck“. Als Soldat der Nationalen Volksarmee soll er diese Taten umsetzen, doch Drill und Schikane liegen ihm nicht. Stattdessen bringt er mit Musik Freude ins Militärleben. Zu Hause erlernt er auf Wunsch seiner Mutter einen „vernünftigen“ Beruf, doch seine Leidenschaft bleibt die Musik, trotz der Hürden der DDR-Diktatur. Nach dem Mauerfall wird sein Traum wahr: Er eröffnet eine Kneipe und begeistert Gäste mit Musik.
„Der Tote in der Heide“ – Regional-Krimi
„Retter der Welt“ – utopischer Roman – eröffnet uns eine atemberaubend neue Perspektive auf die Welt in 100 Jahren.
„Flucht in die Tierolei“ – Pferde-Abenteuer-Roman für Kids